Diskussion Time Of Flight (TOF) und Horizontal Displacement
Autor: Marcel Meyer
Datum: 27.07.2026
Die Time Of Flight (Flugzeit) beschreibt die Zeit, die ein Aktiver während seiner Übung sich in der Luft befindet, also die Dauer der Übung abzüglich der Kontaktzeit mit dem Trampolintuch. Die Differenzzeit in Sekunden wird 1:1 in Punkte umgerechnet und zum Wert der Übung addiert. Die Athleten werden dadurch gezwungen, sehr hoch zu springen, unabhängig vom Schwierigkeitsgrad ihrer Übungen. Im Code of Points ist dieses Bewertungskriterium seit 2011 vorgeschrieben.
Dieses Verfahren hat Vor- und Nachteile:
Pro-Argumente
- Hohe Sprünge erlauben hohe Schwierigkeitsgrade.
- Eine große Sprunghöhe über die gesamte Übung erzwingt bei jedem Sprung eine gute Absprungqualität mit steiler Flugkurve.
- Hohe Sprünge erlauben eine bessere Ausführungsqualität.
- Die Wahrscheinlichkeit einer Entscheidung mittels der Tiebreak-Regel wird geringer.
Contra-Argumente
- Sehr hohe Sprünge erhöhen das Risiko.
- Die Flugzeit, die zur sauberen Ausführung eines Sprunges, z. B. Triffis b, benötigt wird, ist abhängig von der Körperlänge.
- Der technische Aufwand ist sehr groß und teuer.
- Bei Ausfall der Technik muss die TOF über Videoauswertung ermittelt werden.
- Die Vergleichbarkeit von Wettkämpfen ohne und mit TOF ist erschwert.
- Die Absprungqualität wird bereits durch das Kriterium der Höhenkonstanz, das Kriterium des zentralen Springens, durch die Haltungsanforderungen und durch den höhenabhängigen Schwierigkeitsgrad bewertet.
2017 wird ein neues Kriterium in den Code of Points aufgenommen: das Horizontal Displacement (HD). Dieses sogenannte "Wandern" war bisher ein Teil der Ausführungswertung (E = execution). Durch den Einsatz der Druckmessplatten für die ToF-Messung kann gleichzeitig der Auftreffpunkt auf dem Trampolintuch ermittelt und so ein vergleichbares technisches Bewertungskriterium geschaffen werden.
Neu sind diese beiden Kriterien nicht - sie waren seit 1966 Bestandteil der Ausführungsnote (Höhenverlust, Wandern). Für diese beiden Kriterien sprichen folgende Punkte:
- Sie können technisch ermittelt werden.
- Durch das Herauslösen aus der Ausführungsnote ergibt sich ein größerer Spielraum für andere Ausführungskriterien, da die Abzüge auf maximal 0,5 Punkte begrenzt sind.
Es gibt auch Argumente gegen diese Vorgehensweise: Bei gleicher Schräglage im Absprung wird der Aktive, der eine größere Sprunghöhe hat, bestraft, obwohl die größere Höhe ja gewünscht ist. Somit haben ToF und HD gegensätzliche Wirkungen.
Eine Lösung kann durch eine simple Rechenoperation erreicht werden:
Zu klären wäre noch, ob ein Zurückwandern zur Mitte nicht sogar belohnt werden soll. Auch das lässt sich mathematisch lösen, indem ein Vergleich zum vorherigen Auftreffpunkt gezogen wird.
Die Strategie, die Übungen bei diesem Bewertungsmodus bewusst niedriger zu springen, hätte negative Auswirkungen auf den Schwierigkeitsgrad und das Austurnen der Elmente.